LAPELIS

Landsbergis: Sowjetunion niemals so weit gegangen wie China

April 3, 2008 · 1 Kommentar

Aufgrund der Unruhen in Tibet und des harten Vorgehens der chinesischen Regierung forderte der Europaabgeordnete und ehemalige Staatspräsident Litauens Vytautas Landsbergis auf einer Sitzung des Europäischen Parlaments einen Blick auf die Vergangenheit. „Wenn ich mich an die letzten Jahrzehnte der Sowjetunion erinnere, stellt sich mir eine Frage,“ sagte Landsbergis, nämlich die nach der Wertung Tibets: besetztes Land oder chinesische Provinz. Großbritannien und die USA hätten zu Zeiten des kalten Krieges eine Liste geführt, auf der sie die aus ihrer Sicht „unterjochten Völker der Welt“ fest hielten. Dabei sei die Sowjetunion niemals so weit gegangen, wie es China jetzt tut.

Landsbergis verglich den Status des Dalai Lama und des von der chinesischen Regierung entführten Panchen Lama mit dem des Papstes: „Trotz allem ist die Sowjetunion niemals so weit gegangen, dem Oberhaupt der katholischen Kirche, dem Papst von Rom, Strafe anzudrohen.“ Man solle sich deswegen Gedanken machen, ob Tibet nicht auch als „unterjochtes Land“ gelten solle: „Sind die Tibeter ein versklavtes Volk oder befinden sie sich lediglich in der freundlichen Umarmung ihres großen Bruders?“

Der Präsident des Exil-Parlamentes von Tibet Karma Choephel griff bei seiner Rede im Parlament Landsbergis’ Gedanken auf und beantwortete dessen Frage, indem er die Tibeter als „kolonialisiertes Volk“ bezeichnete. Er appellierte an die internationale Gemeinschaft: „Wir streben nicht nach Unabhängigkeit, sondern nach Autonomie. Für den Status von Tibet muss eine internationale Lösung gefunden werden.“ Auf der selben Parlamentssitzung drängte Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering die EU, die Möglichkeit eines Boykotts der Olympischen Spiele, die in diesem Sommer in Peking statt finden sollen, zu diskutieren. Er bezeichnete ein Boykott als „angemessenes Mittel“, falls China seine Tibetpolitik nicht ändert.

Kategorien: Nachrichten · Politik · Zeitgeschichte

1 Antwort bis hierher ↓

  • Gerhardas // November 13, 2008 um 7:28 | Antworten

    Dėkoju uz Jūsų suteiktą informaciją. Komentarą rašau lietuvių kalba, nes tai man prieinamiau kaip vokiecių kalbą. Mano pastaba būtų – kad tas Lansbergio komentaras man seniai zinomas. Pagaidautina per „Alers“ pranešimus pateikti naujesnių zinių. Su pagarba Gerhardas

Kommentar schreiben